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Abies

Mit ihrem regelmäßig-kegelförmigen Kronenaufbau und den kerzengeraden Stämmen gehören die Tannen zu den imposantesten Nadelgehölzen der Erde. Abies alba, die einzige mittel­europäische Tannenart, zählt zweifellos zu unseren schönsten und markantesten Waldbäumen. Ihre Wuchshöhen, die bei 60 bis 70 m liegen können, werden von keiner anderen heimischen Baumart erreicht. Leider gehören die Weiß-Tannen mit ihren hohen Ansprüchen an Boden- und Luftfeuchte sowie an Luftreinheit auf Grund der heutigen Umweltbedingungen nicht mehr zu den vitalsten Bäumen. Von den etwa 40 Tannenarten, die überwiegend in der nördlichen gemäßigten Zone beheimatet sind, gedeihen in unseren Garten- und Parkanlagen nur die weniger anspruchsvollen Arten. Sie stammen zumeist aus Vorderasien, Ostasien und viele auch aus Nordamerika. Die sehr dekorativen, flachen Tannennadeln sind bei den meisten Arten oberseits glänzend dunkelgrün und unterseits mit weißen Stomabändern versehen. Bei einigen, speziell an Gebirgsstandorte angepassten Arten, finden wir auch silbergraue bis blaugraue Nadeln, wie z.B. bei A. arizonica und A. concolor. Die Nadeln sitzen mit einer verbreiterten Basis dem Zweig auf. Sie können leicht vom Trieb gelöst werden und hinterlassen dabei eine fast kreisrunde Narbe. Tannenzapfen stehen aufrecht und zerfallen zur Reifezeit bis auf die stark verholzte Zapfenspindel, die noch für eine längere Zeit am Baum verbleibt. In unseren Garten- und Parkanlagen gedeihen die Tannen am optimalsten auf gleichbleibend feuchten, nahrhaften Böden. Ihre volle Schönheit aber erreichen sie nur im absoluten Freistand.

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Taxus

Die Gattung Taxus ist mit etwa 7 bis 10 Arten (zum Teil als Subspezies bezeichnet) auf der nördlichen Halbkugel vertreten. Die Vorkommen liegen im westlichen und östlichen Nordamerika, in Europa, Nordafrika, Kleinasien bis nach Nordiran und in Ostasien. Meist sind es kleine Bäume, seltener Strauchformen, mit immergrünen, nadelartigen Blättern. Eiben gehören zu den ganz seltenen zweihäusigen Nadelbäumen. Die männlichen Blüten sind kätzchenähnliche, runde, gelbliche Köpfchen, die auf kurzen Stielchen in den Blattachseln sitzen. Die weiblichen Blüten sind 1 bis 1,5 mm groß und unscheinbar. In ihrer Fruchtausbildung unterscheiden sich die Eiben, zusammen mit wenigen weiteren Gattungen wie z. B. Torreya, grundsätzlich von allen anderen Nadelgehölzen. Sie entwickeln keine verholzenden Zapfen. Aus einem ringförmigen Wulst an der Basis der Samenanlage bildet sich ein leuchtend roter, fleischiger Samenmantel, der sogenannte Arillus, der den Samen becherförmig umgibt. Der fleischige Samenmantel schmeckt süßlich und ist nicht ­giftig. Alle anderen Pflanzenteile enthalten neben dem bekannten Taxin noch weitere Gifte wie z. B. Myricylalkohol und Taxicatin. Die tödliche Dosis soll bei 50 bis 100 g Blattmasse liegen (HECKER). Bekannt ist, daß die Toxidität von T. cuspidata noch höher sein soll als diejenige von T. baccata. Die Japan-Eibe ist wiederholt Ursache tödlicher Tiervergiftungen in Nordamerika gewesen (FROHNE/PFÄNDER). Für den Pflanzenverwender gibt es wohl kaum eine wertvollere Nadelbaumgattung. Die Eibe ist auf Grund so herausragender Eigenschaften wie extrem hoher Schattenverträglichkeit, Widerstandskraft gegenüber Wurzeldruck größerer Bäume und unübertroffenen Ausschlagsvermögens ein kaum ersetzbares Gehölz. Ihr großer Wert war schon den Gartengestaltern früherer Jahrhunderte bekannt, und so wurde sie in den historischen Anlagen als robustes und äußerst langlebiges Heckengehölz und Formelement verwendet. Noch interessanter und vielseitiger wird das Eibensortiment durch eine große Auswahl flachwüchsiger, säulenförmiger und kompaktbuschiger Sorten, die für die verschiedensten Einsatzbereiche der Bepflanzungsplanung zur Verfügung stehen.

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Phyllostachys

Der Bambus nimmt innerhalb des Pflanzenreichs eine ganz besondere Position ein. Er gehört, botanisch gesehen, zur großen Familie der Gräser. Interessant ist, dass neben den krautartigen Bambusgräsern viele Arten einen strauch- oder auch baumförmigen Wuchs mit langlebigen, verholzenden Halmen und Seitenästen aufweisen. Die tropische Gattung Gigantochloa erreicht z. B. Halmhöhen um 40 m bei einem Rohrdurchmesser von 25 cm. Wenn wir an die Verwendung von robusten, hohen und dickhalmigen Bambus-Arten denken, hat die Gattung Phyllostachys – zumindest in Mitteleuropa – die größte Bedeutung. Sie ist mit etwa 50 Arten in Ostasien und im Himalaja beheimatet. Von den Arundinaria-, Sinarundinaria- und Sasa-Arten unterscheiden sich die Phyllostachys-Arten durch ihre an einer Seite deutlich abgeflachten Halme (daher auch Flachrohr-Bambus). Die meisten Arten breiten sich durch Ausläuferbildung stark aus und benötigen zu ihrer vollen Entwicklung viel Platz. Auch in unseren Gebieten können starkwachsende Formen wie z. B. Ph. viridiglaucescens Halme bis zu 10 m Höhe und Halmdurchmesser von 6 bis 7 cm erreichen. Beachtenswert ist auch die Wachstumsgeschwindigkeit der jungen Rohre. Im Botanischen Garten Hamburg wurden im warmen Sommer 1989 24-Stundenwerte von 42 cm gemessen (in Japan 1 m!). In der Gartengestaltung bietet der Bambus mit seiner faszinierenden Eleganz vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Am schönsten wirken sie als Solitärpflanzen in der Nähe von Gewässern, vor Gehölzrändern, in niedrigen Stauden-, Gräser- und Gehölzpflanzungen, als Riesengräser vor Stahl-, Glas- und Betonkonstruktionen oder als immergrüne Hecke und duftige Kulisse. Mit ihrem frühlingshaften Grün erfüllen sie Gartenräume mit allerfeinsten Stimmungen und beleben wie keine andere Pflanzengruppe unsere winterlichen Gärten. An den Boden stellen die Phyllostachys-Arten keine besonderen Ansprüche. Sie sind pH-tolerant und wachsen auf sandigen wie auch auf lehmigen oder torfig-humosen Böden. Auf staunassen Standorten versagen sie. Will man starke und hohe Rohre, so müssen Wasser und Dünger im Sommer in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Eine Winterabdeckung aus Rinder- oder Pferdedung sorgt nicht nur für gutes Sommerwachstum, sondern gleichzeitig auch für einen Frostschutz, der gerade jüngeren Pflanzungen gut tut. Wer Bambus pflanzt, muss Geduld haben und warten können. Die so langersehnten, starken Halme wachsen erst in 10 bis 15 Jahren. Der Blührhythmus des Bambus ist bis heute ein Geheimnis geblieben. Viele Arten blühen in sehr großen, aber artspezifisch ziemlich genau festgelegten Abständen von 30, 60, 80 oder 120 Jahren. Nach der Blüte und einem überreichen Samenansatz sterben die meisten Arten ab. Im täglichen Leben der Menschen Asiens spielt der Bambus auch heute noch eine herausragende Rolle als Nahrungsquelle und Baustofflieferant. Möbel, Zäune, Baugerüste, Wasserleitungen, Gefäße aller Art, Werkzeuge, Seile, Matten und Hüte werden u. a. aus Bambus hergestellt. Übrigens, die besseren Grammophon-Nadeln wurden früher aus Bambus gefertigt, und in der ersten Glühbirne ­Edisons glimmte eine haarfeine, verkohlte Bambus-Faser.

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